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Die Liebe zum Kind


Schon lange vor der Geburt unseres eigenen Kindes ahnen wir, dass die Liebe, die uns erwartet, etwas von beispielloser Einzigartigkeit sein wird. Sogar prominente Persönlichkeiten drücken diese Liebe zu ihren Kindern auf bewegende Weise aus:


"Die Liebe eines Elternteils für sein Kind ist bedingungslos und kennt keine Grenzen." - Angelina Jolie


"Kinder sind das wertvollste Geschenk, das das Leben bereithält." - John F. Kennedy


"Die Augen meines Kindes sind der Spiegel, in dem ich die Reinheit und Schönheit der Welt erkenne." - George Eliot


Doch wie fühlt es sich wirklich für dich an, wenn man sein eigenes Kind zum ersten Mal in den Armen hält?

In diesem Moment begreift man auf eine unbeschreibliche Weise, welch atemberaubende Schönheit diese Liebe innewohnt. Von der allerersten Sekunde an erschließt sich einem der wahre Sinn des Lebens: Es ist dein Kind.


Es ist äußerst schwierig, dieses Gefühl in Worte zu fassen, aber ich werde versuchen, es euch näherzubringen.


Es ist eine bedingungslose Liebe, die aus dem tiefsten Inneren kommt. Nicht erklärbar oder logisch. Diese Liebe ist so nah, empfindlich, groß, stark, emotional, bedeutsam und einfach da.

Die Liebe zu deinem Kind ist stärker als alles andere. Alles andere wird nur noch zur Nebensache und verliert an Priorität.


Kurz nach der Geburt gerät man in ein Gefühlschaos, die Hormone spielen verrückt, und die Welt verändert sich von einem Moment auf den anderen. Man denkt rund um die Uhr nur an sein kleines Glück.

Was ich nie vergessen werde, ist, dass ich mich gleichzeitig als die glücklichste und stolzeste Frau der Welt, aber auch als total verunsichert empfand. Habe ich alles richtig gemacht?

Geht es meinem Kind gut? Bekommt es genug Milch?

Es ist ein paradoxes Gefühl, denn es sind konträre Gefühle, die gleichzeitig existieren, und es gerade deshalb so besonders machen.


Ein Moment, der keine 24 Stunden nach der Geburt unserer Tochter passierte, wird mir immer in Erinnerung bleiben:

Ich konnte die ersten zwei Nächte nicht schlafen, da meine Tochter ununterbrochen auf mir lag, um das Bonding zu unterstützen. Ich lag alleine mit ihr in einem Krankenhausbett und fürchtete, einzuschlafen und möglicherweise unkontrollierte Dinge zu tun. Daher habe ich die Augen gar nicht geschlossen.

Als mein Mann am Morgen kam, ließ er mich schlafen und verbrachte Zeit mit unserer Tochter in einem anderen Zimmer. Im selben Raum hat es nicht geklappt, da ich bei jedem kleinen Geräusch von der Kleinen aus Fürsorge aufgewacht bin. Nach etwa anderthalb Stunden Schlaf, alleine im Bett, liefen mir die Tränen, und ich rannte zu meiner Tochter und meinem Mann, weil ich sie aus tiefstem Herzen vermisste. Alles war in Ordnung, und unserer Tochter ging es bei Daddy prächtig. Aber ich war einfach von der Liebe, die ich für dieses kleine Wesen empfand, völlig überwältigt, und die Gefühle von Vermissen und Glück waren unbeschreiblich.

Ich wollte sie einfach nur bei mir haben. Ich konnte nicht erklären, was in mir vorging, aber ich wollte es auch gar nicht. Von nun an stand meine Tochter im Mittelpunkt, und ich vertraute meinen mütterlichen Instinkten so gut es ging.


Eines Nachts gab es ein weiteres Erlebnis, das ich nie vergessen werde: Meine Kleine war in der zweiten Nacht sehr unruhig und nuckelte ausgiebig an meiner Brust.

Das nennt man Clustern, um die Milchproduktion anzuregen. Das konnte ich jetzt objektiv erklären, aber in diesem Moment verstand ich noch nichts von der Theorie.

Plötzlich wurde sie von einer Sekunde auf die andere schwer, schloss die Augen und ließ sich kaum noch wecken. Panisch lief ich zur Krankenschwester, da ich dachte, sie atme nicht mehr.

Sie beruhigte mich sofort, kontrollierte die Kleine kurz und erklärte, dass dies völlig normal sei.

Es handelte sich um eine Art Milchkoma, und die Kleinen fallen nach der Geburt oft plötzlich in einen tiefen Schlaf. Lustigerweise hatte meine Schwester, die fünf Monate vor mir ihr erstes Kind bekommen hatte, mich darauf hingewiesen, dass so etwas passieren kann. Aber in diesem Moment dachte ich nicht daran.

Unsicherheiten gehörten dazu, denn sie sind ein Zeichen starker Liebe und dienen dem Wachstum.

Im nächsten Moment war ich wieder die glücklichste Mama der Welt und genoss es einfach, meine Tochter schlafend auf mir liegen zu haben.


Was ich euch damit sagen möchte: Lasst euch von eurem Gefühlschaos nicht verunsichern. Alles ist normal. Fragt lieber öfter nach Hilfe und lasst euch von eurem Partner oder einer nahestehenden Person Halt geben. Ihr seid frischgebackene Mamas und habt gerade ein Wunder mit eurem eigenen Körper geschaffen. Lasst alle Gefühle raus, auch wenn sie unlogisch erscheinen, und ihr euch selbst nicht wiedererkennt. Alles gehört zum Muttersein dazu.

Lasst euch auch nicht verunsichern, wenn alles anders kommt als geplant. Ich war immer die größte Planerin und hatte meine Vorstellungen, wie ich als Mama sein würde. Nach sechs Monaten abstillen, das Baby schläft im Beistellbett usw. Aber es ist alles ganz anders gekommen, als ich geplant hatte, und ich bin damit total glücklich.



Macht es so, wie es sich für euch gut anfühlt, auch wenn es anders ist als erwartet. Denn es wird zu 100% anders sein als erwartet.

Man kann sich vorher nicht vorstellen, wie es sein wird, deshalb ist es okay, wenn es nicht nach dem ursprünglichen Plan verläuft.

Wichtig ist, dass ihr offen dafür seid und euch nicht selbst verurteilt, wenn es anders läuft.

Nur so könnt ihr als Mutter glücklich sein.


Bitte lasst euch auch nicht unterkriegen, wenn es mal hart wird und nicht alles Friede und Freude ist. Auch das gehört dazu. Ihr müsst euch nicht dafür schämen, dass nicht alles perfekt läuft.

Bei niemandem läuft es perfekt. Lasst Hilfe zu und vertraut auf eure Mutterinstinkte.


Ich möchte hervorheben, dass das, was ich teile, meine ganz eigenen Gefühle sind und daher sehr subjektiv. Jeder erlebt das Elternsein auf seine eigene Weise. Es kommt nämlich auch vor, dass es Zeit braucht, bis sich diese Gefühle bei Eltern voll entfalten, und sie sind am Anfang möglicherweise nicht so intensiv. Also, wenn deine Erfahrungen sich von meinen unterscheiden, lass dich nicht verunsichern. Es gibt kein "richtig" oder "falsch" in diesem emotionalen Prozess.


Zusammenfassend möchte ich euch nochmal folgendes unterstreichen:

Die Liebe einer Mutter zu ihrem Kind ist überwältigend und von atemberaubender Schönheit.

Trotz der Unsicherheiten und der emotionalen Achterbahn nach der Geburt ist es wichtig, sich nicht von den Gefühlen verunsichern zu lassen. Als Mutter solltet ihr offen für Hilfe sein und den eigenen Weg finden, auch wenn er anders verläuft als erwartet. Nicht alles wird perfekt laufen, und das ist in Ordnung. Vertraut auf eure Mutterinstinkte und erinnert euch daran, dass die Liebe zu eurem Kind euch zu den stärksten Menschen macht, die ihr sein könnt.

Eure Hingabe und eure Fürsorge sind der Motor, der euch durch die Höhen und Tiefen des Mutterseins trägt.

Ihr seid unglaublich, und eure Liebe ist ein Geschenk an die Welt. Lasst sie strahlen!


1 Comment


j.buchwald51
Nov 20, 2023

Dieser Beitrag ist so authentisch und gefühlvoll. Vielen Dank dafür! ❤️

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